Wie kann ich: Wichtige Einstellungen überprüfen?

von Mario Rieß, 28.02.13



Die ausgewiesenen Steuern stimmen nicht, der Kunde bekommt die falsche Währung oder den falschen Preis angezeigt, die Versandmethode in einer Bestellung sollte für dieses Land gar nicht benutzt werden oder warum wurde der Kunde als Geschäftskunde behandelt? Mit dieser Kontrollliste finden Sie den Fehler schnell.

Bestimmte Einstellungen nimmt man im Shop nur ein einziges Mal vor. Später erinnert man sich kaum noch daran, dass und geschweige denn wo man etwas eingestellt hat. Nicht jeder Fall tritt jedoch unmittelbar nach Setzen der Einstellung auf. Irgendwann wundert man sich darüber, warum eine Bestellung so „komisch“ aussieht oder ein Kunde nicht den korrekten Preis bekam. U.U. muten die nachfolgenden Ausführungen trivial oder selbstverständlich an, aber jede einzelne hatte ich bereits als Ursache von Kundenanfragen.

Gehen Sie also systematisch vor und kontrollieren Sie nacheinander:

  1. Shopland
    Für die Steuerberechnungen des Shops geht es stets um die Frage, von wo nach wo geliefert wird. Ausgangspunkt ist freilich das Land in der Shopadresse (Einstellungen – Allgemeine Einstellungen – Adresse). Dieses wird normalerweise im Einrichtungsassistenten gesetzt. Prüfen Sie, ob hier das korrekte Land steht.
  2. Steuermatrix
    Haben Sie die Steuermatrix angepasst (Einstellungen – Steuerberechnung – Steuermatrix)? Normalerweise ist das nicht erforderlich, denn die Daten werden für Ihr Land zentral gepflegt. In Ausnahmefällen, z.B. österreichischer Shop bei einem deutschen Provider, muss man die Matrix jedoch anpassen. Prüfen Sie, ob die Steuergebiete und -klassen korrekt sind.
    Bei den Produkten muss natürlich die Steuerklasse treffend zugeordnet sein, z.B. für Lebensmittel der ermäßigte Steuersatz. Dies hängt von den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes ab.
  3. Länderzuordnung
    Unter Einstellungen – Steuerberechnung – Steuergebiete – Zuordnung zu Ländern werden alle Länder Ihres Shops (siehe auch 5) aufgelistet. Hinter jedem Land steht ein Steuergebiet. Bei angepasster Steuermatrix kann man die Zuordnung ändern. Dazu gibt es pro Land ggf. Ausnahmen (über PLZ-Bereiche), in Deutschland z.B. Helgoland und Büsingen – Lieferungen dahin sind steuerfrei. Im Neuzustand des Shops sind die Zuordnung (EU-Länder / Nicht-EU-Länder) sowie die Liste der Ausnahmen korrekt.
  4. Steuermodell
    Nur wenn Sie ausschließlich an Geschäftskunden verkaufen, ist die Einstellung „Nettopreis“ richtig. Sonst müssen Sie immer „Bruttopreis“ wählen. Für Kleinunternehmer gibt es eine Sonderregelung (§19 UstG.) – für diesen Fall müssen Sie die Einstellung „Enthaltene Steuer im Warenkorb, in E-Mails und Bestelldokumenten anzeigen“ auf „Nein“ stellen.
  5. Sprachen, Währungen und Länder
    In Einstellungen – Ländereinstellungen müssen Sie prüfen, ob die Sprachen und Währungen sichtbar geschaltet sind, die Sie Ihren Kunden anbieten wollen.
    Korrigieren Sie die Liste der Länder so, dass dort lediglich diese Länder enthalten sind, in die Sie auch liefern möchten. Ggf. möchten Sie ja weder Spaß- noch versehentliche Bestellungen aus Korea.
  6. Regionen
    Nicht jeder Shop hat oder nutzt diese Funktion. Wenn, dann kontrollieren Sie alle Regionen, ob die zugeordneten Länder stimmen und dass nicht ein Land mehreren Regionen gleichzeitig zugeordnet ist. Gehören zu einer Region recht viele Länder, so werden aus Platzgründen nicht alle in der Übersichtstabelle angezeigt, Sie müssen also auf der Detailseite der Region nachschauen.
  7. Versandmethoden
    Ist die gewünschte Versandmethode sichtbar? Ist sie regional eingeschränkt (siehe 6) und die gewünschte Region ausgewählt? Gibt es eine Einschränkung auf bestimmte Kundengruppen? Welcher Kundengruppe gehört der betreffende Kunde an? Falls es sich um einen nicht registrierten Kunden handelt, gilt die Kundengruppe „Voreingestellt bei Bestellen ohne Anmeldung“ (siehe Kunden – Kundengruppen). Wenn es ein registrierter Kunde ist, gilt „Voreingestellt bei Neuanmeldung“ für den Fall, dass Sie die Gruppe nicht nachträglich geändert haben.
    Einstellungen: Ist die Steuerklasse korrekt (bei Eingabe der Preise als Bruttopreis rechnet ePages mithilfe dieser Steuerklasse den Nettopreis aus und speichert diesen in der Datenbank)? Stimmt der Wert für „Versandkostenfrei ab folgendem Bestellwert“ in jeder Währung? Sind die Preise z.B. bei gewichtsabhängigen Methoden korrekt (für alle Währungen) und begrenzt diese Methode u.U. ein Höchstgewicht? Für alle gewichtsabhängigen Dinge: Produkte können hierfür nur dann gezählt (berechnet) werden, wenn diese eine Gewichtsangabe besitzen.
  8. Zahlungsmethoden
    Ist die gewünschte Versandmethode sichtbar? Ist sie regional eingeschränkt (siehe 6) und die gewünschte Region ausgewählt? Gibt es eine Einschränkung auf bestimmte Kundengruppen? Existieren Einschränkungen bzgl. Mindest- und Höchstbestellwerten (pro Währung)? Sind Rabatte oder Gebühren eingerichtet? Ist eine Ratenzahlung aktiviert?
  9. Abhängigkeiten
    Kontrollieren Sie die Matrix (Einstellungen – Versand/Zahlung – Abhängigkeiten) auf zugelassene bzw. ausgeschlossene Kombinationen. Gänzlich leere Zeilen oder Spalten führen dazu, dass Bestellungen ggf. nicht abgeschlossen werden können.
  10. Kunde
    Wenn es ein registrierter Kunde ist: Welches Steuermodell ist gesetzt (Kunden – <Kunde> – Allgemein – Kundenkonto)? Brutto oder Netto? Hat der Kunde eine Ust-IdNr. und wie lautet die Einstellung des Steuergebietes (i.d.R. ist hier „Automatische Zuordnung“ richtig). Zusätzlich gibt es noch ein Attribut namens „Steuernummer“. Dies ist jedoch lediglich für Italien relevant.
  11. Benutzer
    Im Shop wird zwischen Kunden und Benutzern unterschieden. Der Benutzer ist die konkrete Person, welche sich mit E-Mail-Adresse und Passwort authentifiziert. Der Benutzer muss, um bestellen zu können, die Registrierung abgeschlossen haben (siehe Benutzerdaten – Anmeldung – Registrierung abgeschlossen). Sollte es sich um einen nicht registrierten Nutzer handeln, der nicht bestellen kann, dann prüfen Sie bitte, ob Sie evtl. den „Warenkorb nur für registrierte Kunden“ gesetzt haben (Warenkorbeinstellungen).
    Auch eine abgeschlossene Registrierung muss nicht zwangsläufig eine sofortige Bestellmöglichkeit bedeuten. Auch hier gibt es in den Warenkorbeinstellungen eine Option: „Bestellen sofort nach Registrierung erlauben“. Falls hier „Nein“ gesetzt ist, müssen Sie den Kunden nach erfolgter Registrierung explizit freischalten (Kunde – Allgemein – Kundenkonto – Bestellen erlauben). Auf dieser Seite können Sie gleich sehen, zu welcher Kundengruppe der Kunde gehört. Dies ist ggf. für Preislisten wichtig (siehe 12).
    Prüfen Sie ebenfalls, welche Sprache und welche Währung für den Benutzer gesetzt sind (Benutzerdaten – Anmeldung) sowie in der angegebenen Rechnungs- und Lieferadresse jeweils das Land.
  12. Preislisten
    Prüfen Sie die zeitliche Gültigkeit (von / bis) der Preislisten, ein Symbol vor dem Bezeichner unterstützt Sie dabei – ist es grün hinterlegt, gilt die Preisliste gerade. Sehen Sie zudem nach, ob die Preisliste die korrekte Währung enthält.
    Innerhalb der Preisliste gibt es die Möglichkeit, diese an bestimmte Kundengruppen oder auch einzelne Kunden zu knüpfen. Hier müssen die richtigen Daten eingetragen sein.
    Schauen Sie auf der Karteikarte „Warenkorbrabatt“ nach, ob die Werte korrekt sind.
    In Preislisten – Erweiterte Einstellungen können Sie festlegen, wie die Preise im Shop angezeigt werden. Voreingestellt ist „Listenpreise verwenden“ – ggf. rabattierte Preise sieht der Kunde dann in einer separaten Darstellung auf der Produktdetailseite (Preisvergünstigungen) und im Warenkorb.
    Prüfen Sie auch am konkreten Produkt (Karteikarte „Preise“), ob die Rabatte einwandfrei angelegt sind. Bei Variationen können einzelne Subprodukte abweichende Preise haben.
  13. Warenkorbeinstellungen
    Haben Sie hier einen Mindestbestellwert (pro Währung) festgelegt? Worauf bezieht sich dieser?
    Ist die Option „Auswahl des Steuergebietes im Warenkorb ermöglichen“ auf „Ja“ gestellt? Dann könnten Ihre Kunden u.U. das für sie falsche Gebiet auswählen. Diese Einstellung ist nur in Ausnahmefällen erforderlich, denn das Programm erkennt das korrekte Steuergebiet i.d.R. automatisch.
  14. Gutscheine
    Enthält eine fragwürdige Bestellung einen Gutschein? Handelt es sich um einen prozentualen oder absoluten Gutschein?
    Ist es ein Gutschein, den Sie direkt an Ihren Kunden gaben oder ein Geschenkgutschein? Details dazu in diesem Beitrag: „Besteuerung von (Geschenk-)Gutscheinen“ http://blog.epages.com/de/besteuerung-von-geschenk-gutscheinen/

Die Liste ist leider recht lang, Pardon dafür. Es ist jedoch nicht gesagt, dass Sie bei der Problemsuche tatsächlich alle Punkte komplett abarbeiten müssen – u.U. werden Sie eher fündig.

Über den Autor


ist SVP R&D+Consulting bei ePages und verantwortet den Bereich Research & Development und Consulting in Jena. Er studierte Versorgungstechnik in Erfurt und arbeitete dann sieben Jahre lang mit einem eigenen Ingenieurbüro in der Software-Entwicklung sowie als freier Dozent an der FH Erfurt. Danach war Rieß drei Jahre lang als Projektmanager bei Intershop in nationalen und internationalen Projekten tätig, bevor er Anfang 2003 zu ePages wechselte.

Ähnliche Beiträge


Kommentare


  1. 07.03.2014
    paù

    Nach erfolgloser Suche- vielleicht können Sie mir weiterhelfen?
    Gibt es die Möglichkeit sich über einen Verkauf im Onlineshop (in meinem Fall Strato) benachrichtigen zu lassen? Ich bekomme zur Zeit keinerlei Hinweise über einen Verkauf, keine Email… nix…
    Vielen Dank im Voraus!

    • 24.03.2014

      Hallo pau,

      Sie können sich bei email Ereignissen, wie einer Bestellung, der Auslieferung ö.ä., mit einer eigenen email Adresse in CC (Kopie) setzen. Dann erhalten Sie auch die Benachrichtigungen dieses Ereignisses.

      Freundliche Grüße
      Alexander Pribicin

Teilen Sie uns ihre Meinung mit


*Pflichtfeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.