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Produktfotos: So vermeiden Sie häufige Fehler (Teil 1)

von Rune Ersgard, 12.10.16



Sie fotografieren Ihre Produkte selbst? Ein gutes Stück Arbeit, aber die Mühe lohnt sich. Holen Sie das meiste raus, indem Sie professionelle Bilder machen. Pixelz verrät Ihnen einige Tricks.

1. Lassen Sie sich inspirieren

Es zahlt sich immer aus, etwas Zeit mit Recherche zu verbringen. Finden Sie Websites, deren Produktbilder Ihnen gefallen oder nutzen Sie die Google-Bildsuche, um gute Fotos von vergleichbaren Produkten zu finden. Analysieren Sie diese Fotos: Kamerawinkel, Belichtung und die zur Verfügung stehenden Bildtypen sind interessant.

2. Bleiben Sie bei einem Beleuchtungstyp

Ein häufiger Fehler ist die Nutzung unterschiedlicher Beleuchtungstypen. Für akkurate und konsistente Farben muss die Lichtquelle vom gleichen Typ sein. Sonst produzieren Sie unterschiedlich aussehende Produktfotos. Die meisten Digitalkameras erkennen zwar automatisch die Lichtquelle oder erlauben, den Weißabgleich manuell einzustellen. Der Unterschied zwischen Tages- und Zimmerlicht ist allerdings zu groß.

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3. Verzichten Sie auf ein Blitzlicht

Vielen fällt das richtige Beleuchten schwer. Der beste Tipp ist, Blitzlicht zu vermeiden. Stattdessen empfehlen wir eine ununterbrochene Beleuchtung. Am besten – und dazu kostenlos – ist Tageslicht. Optimale Fotos erzielen Sie an einem bewölkten Tag um die Mittagszeit. Auf Tageslicht angewiesen zu sein, kann sich allerdings auch sehr einschränkend auswirken, daher ist der Kauf einiger Lampen eine gute Lösung.

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Sie können sich ein paar wirklich gute energiesparende Leuchtmittel zulegen, die sich nicht aufheizen und ideal für die Produktfotografie geeignet sind. Benutzen Sie zwei, vorzugsweise drei Lichtquellen. Arrangieren Sie weiß reflektierende Materialien um das Produkt herum. Weißer Karton oder Styropor reflektieren etwas Licht von der Lichtquelle auf Bereiche des Produkts, die mehr Licht benötigen.

Nutzen Sie einen festen Platz für Fotos, bauen Sie ein Set auf, das Sie immer wieder nutzen. Mit einer Lichtbox für Produktfotografie machen Sie gleichmäßige Bilder – diese Fotobox können Sie übrigens auch selbst bauen.

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4. Verwenden Sie ein Stativ

Ein Stativ ist ein Muss für die Produktfotografie. Fast alle Kameras haben eine Standardbefestigung für Stative. Damit lassen sich Fotos aus dem immer gleichen Winkel heraus aufnehmen – und wesentlich längere Belichtungszeiten sind möglich.

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5. Nutzen Sie einen einfarbigen Bildhintergrund

Produktbilder erfordern häufig einen weißen Hintergrund. Das gilt insbesondere, wenn man auf Marktplätzen wie Amazon verkauft. Statt den Hintergrund mit einem Editierprogramm abzutrennen, wenn Sie Ihre Produktbilder vor einem schlichten Hintergrund aufnehmen, nutzen Sie besser gleich ein neutrales Grau.

6. Holen Sie das meiste aus Ihren Kameraeinstellungen

Indem Sie den wenigen wichtigen Einstellungen der Kamera Aufmerksamkeit schenken, verbessern Sie Ihre Bilder dramatisch. Holen Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Kamera heraus und fangen Sie mit dem Experimentieren an.

 

Blendenwert

Wenn Sie eine DSLR-Kamera besitzen oder eine gute Kompaktkamera, dann sollte es möglich sein, den Blendenwert festzulegen. Ein kleiner Wert bewirkt eine eher seichte Tiefenschärfe und ein hoher Wert eine tiefere Tiefenschärfe – je höher die Nummer, desto mehr Fokus ist vorhanden.

 

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Weißabgleich

Den Weißabgleich einer Kamera einzustellen, ermöglicht die Korrektur der Farbverzerrungen, die durch den verwendeten Beleuchtungstyp erzeugt werden. Bilder mit akkuraten Farben reduzieren Rückgaben, weshalb es durchaus wichtig ist, diesem Bereich seine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie können entweder die WB-Voreinstellungen (typischerweise drinnen = engl. indoors oder draußen = engl. outdoors) der Kamera oder eine selbstangepasste Einstellung verwenden.

7. Berücksichtigen Sie Reflektionen

Reflektionen haben eine Tendenz, gegen Amateur-Fotografen zu arbeiten. Beim Fotografieren von reflektierenden Objekten wie Schmuck sollten Sie prüfen, was von den Objekten reflektiert wird. Der einfachste Weg ist, schwarze und weiße Kartonstücke zu verwenden. Positionieren Sie diese direkt neben und um das Objekt und nutzen Sie den Sucher der Kamera, um zu sehen, was passiert. Bewegen Sie die Teile so lange, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. In manchen Fällen hilft ein Lichtzelt.

8. Nehmen Sie sich Zeit für die Bildbearbeitung

Editieren Sie ihre Bilder: Die Tonwertkorrektur, das Zurechtschneiden, die Größenveränderung und die Ausrichtung kann ein Produktbild, das gerade mal so ok ist, zu etwas wirklich Fantastischem machen.

9. Bilden Sie sich weiter

Man lernt nie aus – und deshalb lohnt es sich für Sie, sich zum Thema Produktfotografie stetig weiterzubilden. Gute Anlaufpunkte hierfür sind das Pixelz-Blog und das kostenlose E-Book über Produktfotografie von Eberhard Schuy.

Die App von Pixelz hilft Ihnen dabei, perfekte Produktbilder zu erstellen. Sie finden Sie im Administrationsbereich Ihres Shops unter Apps & Themes >> App Store. Die App muss von Ihrem Provider freigeschaltet worden sein.

Dieser Beitrag wurde im Oktober 2016 aktualisiert.

Über den Autor


ist Director of Business Development EMEA bei Pixelz.

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Kommentare


  1. 25.05.2013

    Da sind schöne Tipps dabei! Es gibt bei youtube auch gute ergänzende Anleitungen. Beispielsweise der einfache Bau einer Hohlkehle und eines Lichtzelts. Das wertet die Fotos ungemein auf!

  2. 28.08.2014

    So, werde ich gleich mal testen. Hoffentlich werden meine Produktbilder halbwegs ok.
    Naja, jeder fängt mal klein an.
    Werd mich jedenfalls in die Thematik näher einlesen.

  3. 26.11.2014

    Gute Tipps um ansprechende Produktfotos selber zu erstellen! Wenn man sich so die Bilder auf eBay & Co. ansieht, besteht da echt Potential 😉
    Übrigens: Finger weg vom Bilderklau – mal eben kurz ein Bild geklaut für eine Online-Auktion ist nicht zu Empfehlen.
    1. Man kommt mit dem Urheberrecht in Konflikt.
    2. Der Käufer wird oft unsicher, ob es das Produkt wirklich gibt – vor allem, wenn man nur Bilder vom Hersteller nimmt.
    Was man gegen Bilderklau tun kann, haben wir mal etwas beläuchtet – http://360-produktfotografie.ch/blog/entry/bilder-diebstahl-im-internet-was-dagegen-tun

  4. 16.02.2015

    Gute kurze und knackige Tip´s! Produktbilder sind immer eine Aufwändige Angelegenheit. Aber es stimmt schon,…das man bei anderen mal was „abgucken“ kann. Oftmals haben die Profis aber besseres Equipment und Möglichkeiten. Dennoch ist es möglich, mit einfachen Mitteln gute Bilder zu bekommen.

  5. schöner Artikel von Rune, aber mal wirklich – professionelle verkaufen – gerade wenn es um personalisierten und unique Content gehen soll (Conversionbooster). Das braucht dann schon einen professionellen Fotografen!

  6. 09.06.2015

    Im Prinzip sind das alles hilfreiche Tipps bzw. werden die Grundprinzipien der Produktfotografie grob angerissen. Die erste Problematik für den Laien dürfte jedoch bereits das Analysieren eines Bildes darstellen. Hier denke ich erkennt nur das geübte Auge eines gelernten Fotografen, mit welcher Technik ein abgelichteter Artikel fotografiert wurde.
    Artikel für seinen Shop selbst zu fotografieren macht durchaus Sinn, wenn man sich noch in der Aufbauphase seines Geschäftes befindet. Normalerweise verdient ein Unternehmen jedoch mehr Geld, indem es konsequent und konzentriert seinem eigentlichen Geschäft, also dem Handel nachgeht und nicht indem es die benötigten Produktfotos dafür selbst schießt. Dafür gibt es jede Menge spezialisierter und mittlerweile auch sehr günstiger Fotostudios…

  7. 12.07.2016

    Hallo, zuerst einmal ein großes Lob für die Beschreibung zum Thema Produktfotografie. Habe soeben den kompletten Beitrag durchgelesen. Obwohl ich mich schon länger mit der Produktfotografie beschäftige, war trotzdem die ein oder andere Information dabei, die ich in Zukunft beachten werde. Vielen Dank für die hilfreichen Tipps! Weiter so!

  8. 12.07.2016

    Hallo, zuerst einmal ein großes Lob für die ausführliche Beschreibung zum Thema Produktfotografie. Habe soeben den kompletten Blog durchgelesen. Obwohl ich mich schon länger mit der Produktfotografie beschäftige, war trotzdem die ein oder andere Information und guter Tipp dabei, den ich Zukunft beachten werde. Vielen Dank für die hilfreichen Tipps! Weiter so!

  9. 23.04.2017

    Hallo,

    sehr gute Tipps. Ich verkaufe auf Amazon und anderen Plattformen und habe meine Produktfotos nach langer Aufnahme und Bearbeitungszeit selbst erstellt. Diese Tipps hätte ich schon früher lesen sollen 😉 Meine Erfahrungen daraus waren aber auch den Aufwand wert. Eine gute Ausleuchtung ist die halbe Miete. Auch hat es sich herausgestellt die Blitzfunktion auszuschalten. Ein gut geschossenes Bild lässt auch die Nachbearbeitungszeit drastisch sinken. Mittlerweile habe ich einen Fotografen und arbeite mit dem zusammen. Das ergänzt sich ganz gut, da ich die Sache aus der Sicht des Verkäufers sehe und er aus Sicht des Fotografen. Mittlerweile haben wir daraus ein Angebot für KMU Verkäufer gemacht , um diese schneller zur Umsetzung anzuregen.
    Schöne Grüße
    Ralf

  10. 21.09.2017

    Hallo,
    tolle Tipps um Produktfotos zu erstellen. Der Onlinemarkt wächst rasant und immer mehr Menschen versuchen sich im Internet eine Existenz aufzubauen. Wie in der realen Welt konkurriert man aber auch mit etlichen anderen Anbietern. Hier muss man sich von der Masse abheben und die extra Meile gehen. Auch in Bezug von Produktfotos. Professionelle Produktfotos sind sehr Kaufentscheidend und hier lohnt es sich, auch mit Anwendungsfotos zu punkten. Ich habe gut Erfahrung mit http://www.amzfotos.de gemacht und kann diese sehr empfehlen.

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