Elf Jahre ePages und STRATO: Wilfried Beeck im Interview (Teil 1)

von Dario Wilding, 20.01.15



Im vergangenen Dezember feierten ePages und STRATO gemeinsam ihre mittlerweile seit elf Jahren bestehende Partnerschaft. Im STRATO-Blog wurde aus diesem Anlass ein Interview mit ePages-CEO Wilfried Beeck veröffentlicht. In diesem blickt er auf die ersten Schritte der Zusammenarbeit zurück und wagt unter anderem einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des E-Commerce. In diesem Blogbeitrag können Sie den ersten Teil des Interviews lesen. Der zweite Teil wird in den kommenden Tagen folgen.

 

1. Herr Beeck, können Sie sich noch an das erste Produkt erinnern, dass Sie online gekauft haben?

Das ist sehr lange her. Wir waren 1994 ja eines der ersten Unternehmen weltweit, das einen eigenen Online-Shop betrieb. Als Distributor verkauften wir NeXT-Produkte an Händler und NeXT-User. Das waren damals vor allem die NeXT Produkte selbst und die Office Produkte von Lighthouse Design, die Apple nach der Übernahme von NeXT als Keynote, Pages und Numbers in sein Portfolio genommen hat. Zu dieser Zeit etablierte sich gerade Netscape als Browser. Ich machte meine ersten Einkäufe bei amerikanischen Online-Shops, um von denen zu lernen. Einer war ein Buchladen namens Amazon.

 

2. STRATO und ePages unterstützen Online-Händler seit 11 Jahren erfolgreich im Web zu verkaufen. Werfen wir einen Blick zurück: Wie kam die Zusammenarbeit damals zustande? Wie können wir uns die ersten gemeinsamen Schritte von ePages und STRATO vorstellen?

Das hatte eine wichtige Vorgeschichte: Als 1996 der große Boom der DotComs begann, stellten wir bei unserer Schwestergesellschaft in Jena, die ebenfalls als NeXT-Händler tätig war, das Geschäftsmodel komplett auf die Online-Shop Software um und vermarkteten diese als Software-Plattform unter dem Namen Intershop. Intershop wurde mit Venture Capital unterstützt und konnte 1998 sehr erfolgreich an die Börse gehen. In der Hochphase hatten wir 30 Niederlassungen weltweit und 1.500 Mitarbeiter. Als aber dann Anfang 2002 die DotCom-Blase platzte, musste sich Intershop auf die wichtigste Kernsparte konzentrieren: das Geschäft mit Großkunden wie dem Otto-Versand. Die drei Gründer, das waren Stephan Schambach, Karsten Schneider und ich, übernahmen dann Teile des Intershop-Produktportfolios in unabhängigen Unternehmen und bauten sie mit eigenem Kapital neu aufgebaut. In meinem Fall war das mit ePages die Software-Plattform für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Idee war, daraus eine Software-as-a-Service-Plattform zu machen, die es Kunden ermöglicht, ohne eigene Hardware- und Software-Investitionen einen Online-Shop zu betreiben. Heute würde man es Cloud-Plattform nennen. Es war ein naheliegender Gedanke, dass man sich dazu einen großen Hosting-Partner sucht. Eines der ersten Gespräche führte ich dann mit dem STRATO-Vorstand in Berlin. Wir kamen sehr schnell zum Einverständnis, diese Zukunftsvision gemeinsam zu realisieren. So konnten wir schon 2003 mit einem STRATO Online Shop, powered by ePages, an den Start gehen. Später konnten wir dann europaweit auch fast alle anderen großen Hosting-Provider für das Konzept gewinnen, aber STRATO war immer das Vorbild und der größte Referenzkunde.

 

3. Was macht die Zusammenarbeit zwischen ePages und STRATO so erfolgreich?

Aufgrund der langen gemeinsamen Historie im Aufbau des Marktes für Online-Shops besteht ein tiefes Vertrauen und eine gut funktionierende Zusammenarbeit auf allen Ebenen, angefangen vom Produkt-Management, über das Marketing bis hin zum Betrieb im Datacenter. Die Kollegen auf beiden Seiten arbeiten seit so vielen Jahren zusammen, dass man manchmal das Gefühl hat, wir gehörten zum gleichen Unternehmen. Auch den gemeinsamen Pioniergeist haben wir uns immer bewahrt. Neue Ideen und Produktfeatures realisierten wir fast immer zuerst bei STRATO, weil wir dort das Vertrauen genießen, dass es funktionieren wird. Dabei muss man gemeinsam auch mal kritische Situationen meistern, aber das gelang uns immer partnerschaftlich und nicht in einem Verhältnis wie zwischen Lieferant und Kunde. Davon profitieren dann letztlich auch die Nutzer.

 

4. In den letzten Jahren hat sich im E-Commerce viel verändert. Was waren für Sie die wichtigsten Meilensteine?

Als wir mit ePages nach der Übernahme von Intershop neu gestartet sind, gab es zwei grundlegende Gedanken:

1. Die Shops sollten zentral im Datacenter betrieben werden und der Kunde kann alles per Browser erstellen und verwalten. Der ganze Betrieb sollte reibungslos sein und Updates werden automatisch eingespielt.

2. Die Shops sollten mit anderen Services wie Marktplätzen, Bezahlmethoden, Logistikern und Portalen verbunden sein – einerseits um die Vermarktung zu optimieren, aber andererseits auch, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Nicht alles sollte monolithisch in eine große Software gegossen werden, sondern sollte mit Schnittstellen offen sein für andere Services. Deshalb hatten wir auch 2003 die weltweit erste direkte Verbindung zu eBay.

Das war also damals schon ein Cloud-Service, wie er heute zusehends zum Standard wird. Ich glaube deshalb nicht, dass On-Premise-Lösungen, die einzeln installiert und konfiguriert werden, noch lange existieren können.

In den vergangenen 10 Jahren führten wir dann viele Innovationen auf dieser Basis ein, oft als erster Shop-Hersteller im KMU-Markt. Ich will hier nicht alle aufzählen, nur stellvertretend vielleicht den Facebook-Shop, die mobile Ansicht und die Suggested Search in 2012. Manches davon hatte man auf großen Online-Shops schon vorher gesehen, aber wir können für uns reklamieren, dass wir es vielen kleinen Online-Händlern zugänglich gemacht haben, und das zu einem Bruchteil des Preises, den die großen Shops dafür investiert hatten.

Über den Autor


war von 2014 bis 2016 PR & Content Manager bei ePages.

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