Branding: So wird Ihr Onlineshop zur Marke

von Kristof Maletzke, 10.04.19



Apple, Nike, Sony – dies sind Beispiele für Marken, die fest im Bewusstsein so gut wie aller Konsumenten weltweit verankert sind. Der Aufbau und die Weiterentwicklung einer Marke wird auch als Branding bezeichnet. Kleine Onlineshops können das Branding nutzen, um so im Gedächtnis der Kunden zu bleiben und eine eigene Identität zu vermitteln.

Gucken wir uns zunächst die Definition des Begriffes „Marke“ an. Laut Wikipedia steht dieser im Marketing für „alle Eigenschaften, in denen sich Objekte, die mit einem Markennamen in Verbindung stehen, von konkurrierenden Objekten anderer Markennamen unterscheiden.“

Als Erstes sollten Sie deshalb das Angebot Ihres Shops und die Werte dahinter definieren. Welche Stelle nimmt er im Markt ein und wie unterscheidet er sich von der Konkurrenz?

Wenn Sie die Essenz Ihres Shops und Ihrer Produkte herausgearbeitet haben, können Sie seine Identität erarbeiten.

Beachten Sie dabei vor allem diese Punkte:

  • Was verkaufen Sie?
  • Wem verkaufen Sie es?
  • Welche Vorteile haben Ihre Kunden, wenn sie gerade bei Ihnen kaufen?
  • Was sind Ihre Alleinstellungsmerkmale?
  • Wie unterscheidet sich Ihr Shop von der Konkurrenz?
  • Welche emotionalen Gründe gibt es, bei Ihnen einzukaufen?

Die Antworten auf diese Fragen sind die Basis dafür, die Marke Ihres Shops erfolgreich zu etablieren.

Der passende Name

Falls Ihr Onlineshop noch keinen Namen hat, ist auch bei Ihrem Markennamen noch alles möglich. Welche Gefühle und Assoziationen möchten Sie mit dem Namen wecken? Vielleicht verrät der Markenname schon, um was für eine Art von Shop es sich handelt? Wie Ihr Shop sollte auch der Markenname einzigartig sein. Durch eine kurze Google-Suche können Sie überprüfen, ob Ihre Ideen wirklich originell sind oder ob schon jemand anderes den Namen nutzt.

Der Onlineshop von Superstreusel

Der Onlineshop von Superstreusel

Ein Beispiel für einen perfekten Namen ist der ePages-Onlineshop Superstreusel. Er gibt Aufschluss über die Produktpalette – Zuckerstreusel zum Backen – und wirkt jung und frisch. Das „Super“ nimmt selbstbewusst Bezug auf die hohe Qualität der Produkte.

Der Charakter Ihrer Marke

Eine Marke soll ein Gefühl vermitteln. Wir alle haben Überzeugungen und Werte, die uns zu dem machen, wer wir sind. Und dies gilt auch für Ihr Branding. Denken Sie beim Erstellen der Marke an die Überzeugungen, Werte und Gedanken, die Sie damit vermitteln wollen. Wenn Sie diese Informationen gesammelt haben, wird es für Sie einfacher sein, den Charakter Ihrer Marke festzulegen.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei Ihrer Unternehmensstimme zu. Diese bestimmt die Art und Weise, wie Sie Ihre Kunden ansprechen. Soll die Stimme beispielsweise zuvorkommend, professionell, lustig oder provokant sein? Oder alles zusammen? Wie auch die anderen Aspekte Ihrer Marke sollte die Unternehmensstimme auf die Markenidentität abgestimmt sein.

Die Markenbotschaft

Haben Sie schon einmal einen Elevator Pitch für Ihre Marke und Ihren Shop entwickelt? Hinter diesem Begriff steckt ein einfaches Konzept: Stellen Sie sich vor, dass Sie jemandem im Fahrstuhl begegnen, den Sie von Ihrer Marke überzeugen möchten. Dazu haben Sie aber nur wenige Sekunden Zeit und müssen sich deshalb auf das Wesentliche beschränken. Wie würden Sie in nur 60 Sekunden Ihre Marke beschreiben? Vom Elevator Pitch können Sie Ihre Markenbotschaft ableiten, mit der Sie in wenigen Worten festhalten, was der Kern Ihrer Marke ist.

Bei Kickerkult erhalten die Kunden Qualität vom Weltmeister

Bei Kickerkult erhalten die Kunden Qualität vom Weltmeister

Der Onlineshop Kickerkult hat eine einzigartige Markenbotschaft, die er den Besuchern unübersehbar vermittelt. Unter dem Logo des Shops befindet sich der Claim „Shop vom Weltmeister: Die Nr. 1 rund um Tischfußball“. Dadurch erfahren die Kunden nicht nur die vielleicht größte Besonderheit des Shops – der Betreiber Oke Harms ist Tischfußball-Weltmeister – sondern auch, dass sie hier vom Experten kaufen.

Das passende Logo

Alle großen Marken sind sofort am Logo zu erkennen. Denken Sie beispielsweise an das McDonalds-M oder den angebissenen Apfel von Apple. Deshalb ist das Logo vielleicht der Aspekt Ihrer Marke mit der größten Außenwirkung auf Ihre Kunden. Es steht visuell für die Markenwerte und -überzeugungen und muss folglich besonders gut durchdacht sein.

Meist empfiehlt es sich, ein zu Ihren Produkten passendes Logo zu entwerfen. So sehen Kunden auf den ersten Blick, was Sie verkaufen.

Carol Bee punktet mit einem edlen Design und einem dazu passenden Logo

Auch hier ein Beispiel: Im Onlineshop Carol Bee wird exklusive Reitsport-Mode verkauft. Das Markenlogo wirkt durch Gestaltung und Schrift edel und zeigt durch die kleinen Pferde auf den ersten Blick, in welcher Branche der Shop angesiedelt ist.

Nachdem Sie Ihr Logo erschaffen haben, sollte es überall integriert werden: In Ihrem Shop, falls vorhanden auf Ihren Visitenkarten, auf Werbematerialien und so weiter. Mit jeder dieser Maßnahmen erhöht sich die Chance, dass sich Ihre Kunden an Ihre Marke erinnern werden.

Markendesign

Eine starke Marke geht in der Regel auch mit einem einprägsamen Design einher. Insbesondere durch die Farbwahl können Sie bestimmen, wie Kunden Ihre Marke wahrnehmen.

Die Startseite von apple.com

Welche Farben kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Marke Apple denken? Wahrscheinlich Weiß, Schwarz und möglicherweise Grau. Die Einfachheit der Apple-Geräte spiegelt sich in der reduzierten Farbpalette wider, wie Sie auf diesem Screenshot der Apple-Website sehen.

Vorsicht bei Veränderungen

Stellen Sie sich vor, McDonalds würde sein Logo in ein großes rotes D ändern oder Apple als Logo einen unangebissenen Apfel nutzen. Die Verwirrung unter den Kunden wäre groß. Deshalb sollte die Markenidentität dauerhaft aufrechterhalten werden, damit sich die Kunden noch in Jahren daran erinnern werden. Änderungen wie zum Beispiel das Redesign Ihres Logos sollten stets behutsam vorgenommen werden.

Die Marken Ihrer Konkurrenz

Es lohnt sich für Sie, Zeit in die Analyse der Aktivitäten Ihrer Mitbewerber zu investieren. Achten Sie dabei insbesondere auf folgende Aspekte:

  • Was macht den Shop und die Marke einzigartig?
  • Welche Emotionen werden durch den Markenauftritt Ihres Konkurrenten vermittelt?
  • Welche Rolle spielt der Unternehmensname für die Marke?
  • Welche Besonderheiten gibt es bei der visuellen Identität?
  • Wie ist das Logo gestaltet?

Ziel davon ist es selbstverständlich nicht, Ihre Mitbewerber nachzuahmen. Stattdessen ist es sinnvoll, sich inspirieren zu lassen und sich zumindest in manchen Punkten bewusst von Ihren Konkurrenten abzugrenzen.

Jetzt sind Sie an der Reihe

Vielleicht haben Sie schon erste Ideen, wie Sie Ihre Marke überzeugend darstellen können? Dann beginnt jetzt die richtige Arbeit. Denken Sie daran: der Aufbau einer Marke benötigt Zeit. Seien Sie also nicht demotiviert, wenn Ihre Marke es nicht bereits nach ein paar Monaten zur Bekanntheit geschafft hat. Wenn Sie aber konstant am Ball bleiben, sehen die Erfolgsaussichten für Ihre Marke gut aus.

Über den Autor


ist Communications Manager bei ePages.

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