So finden Sie das perfekte Produkt für Ihren Onlineshop

von Kristof Maletzke, 04.01.16



Ihr eigener Onlineshop ist schnell eingerichtet – doch wissen Sie auch schon, was Sie darin verkaufen möchten? Im ersten Teil unserer neuen Serie „Onlinehandel leicht gemacht“ helfen wir Ihnen dabei, das perfekte Produkt zu finden.

Bei einigen Onlinehändlern steht die Produktidee am Anfang. Diese Händler wissen von vornherein, was Sie in Ihrem Shop verkaufen wollten. Andere haben zu Beginn noch keine Idee, worum es in Ihrem Onlineshop überhaupt gehen sollte. Falls auch Sie noch auf der Suche nach Ideen für ein Produkt oder ein ganzes Produktsortiment sind, finden Sie in diesem Artikel Inspiration.

Die zwei Ps: Produkte und Probleme

Seien wir ehrlich: Das perfekte Produkt für Ihren Shop zu finden, wird vielleicht nicht einfach sein. Möglicherweise werden Sie nicht nach zwei Minuten des Überlegens eine geniale Idee haben. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich die richtige Denkweise für die Ideensuche aneignen. Gewöhnen Sie sich daran, im Alltag immer auf der Suche nach den zwei Ps zu sein: Produkte und Probleme.

 

Produkte

Achten Sie allgemein auf Produkte in Ihrem Umfeld und in den Medien. Was für Produkte nutzt Ihre Familie, Ihre Freunde und Arbeitskollegen? Welche Produkte sehen Sie im Fernsehen, im Internet und den sozialen Medien? Dabei geht es nicht nur darum, ein Produkt zu finden, das Sie dann verkaufen können. Vielmehr finden Sie so Inspiration und kommen auf eigene Ideen. Welche Trends sind auszumachen? Über welche Produkte wird viel geredet, weil die Menschen sie lieben oder hassen? Auf diese Weise bekommen Sie mit der Zeit ein Gespür für die Vorlieben und Wünsche Ihrer Mitmenschen.

Ein typisches Problem, das durch ein neues Produkt gelöst werden kann: um im Winter einen Touchscreen zu bedienen, muss man normalerweise seine Handschuhe ausziehen

Ein typisches Problem, das durch ein neues Produkt gelöst werden kann: um im Winter einen Touchscreen zu bedienen, muss man normalerweise seine Handschuhe ausziehen

Probleme

Wenn Sie mit offenen Augen durch den Alltag gehen, werden Sie gelegentlich auf kleine Probleme stoßen. Welche Kleinigkeiten im Alltag nerven Sie und könnten durch ein neues Produkt gelöst werden? Je größer das Problem und je besser Ihre Lösung dafür ist, desto mehr Menschen sind bereit, für ein solches Produkt Geld auszugeben.

Sie müssen dabei nicht das Rad neu erfinden und ein komplett neues Produkt unter die Leute bringen. Oft reicht es aus, durch kleine Verbesserungen an bestehenden Produktkategorien einen neuen Markt zu schaffen.

Ein Beispiel: Durch den Siegeszug der Smartphones in den letzten Jahren stießen in jedem Winter Millionen von Menschen auf dasselbe Problem – die meisten Smartphones lassen sich nicht mit Handschuhen bedienen. Findige Geschäftsleute erkannten dies und boten die Lösung: sogenannte Touchscreen-Handschuhe, mit denen die Bedienung problemlos möglich ist. Mittlerweile gibt es diese Handschuhe überall zu kaufen.

Trends erkennen und ausnutzen

Neben Produkten und Problemen können Ihnen auch Trends bei der Suche nach Ihrer Produktidee helfen. Beobachten Sie solche Entwicklungen aufmerksam. Wenn Sie einen interessanten Trend gefunden haben, überlegen Sie sich dazu passende Produkte. Beispielsweise konnten die eben erwähnten Touchscreen-Handschuhe nur durch den anhaltenden Smartphone-Trend zu Popularität gelangen. Wichtig ist es dabei, Trends möglichst frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Mit Google Trends können Sie überprüfen, welche Relevanz ein Trend wirklich hat. In diesem Beispiel sehen Sie, wie sich das Interesse der Deutschen für den Suchbegriff Virtual Reality in den letzten Jahren entwickelt hat.

Mit Google Trends können Sie überprüfen, welche Relevanz ein Trend wirklich hat. In diesem Beispiel sehen Sie, wie sich das Interesse der Deutschen für den Suchbegriff „Virtual Reality“ in den letzten Jahren entwickelt hat.

Ein Beispiel für einen kommenden Megatrend: Während der weltweite Umsatz im Bereich Virtual-Reality-Produkte 2014 nur etwa 108 Millionen US-Dollar betrug, könnte er Analysten zufolge bis zum Jahr 2020 auf 21,8 Milliarden US-Dollar steigen. Wenn Sie jetzt anfangen, praktisches Zubehör rund um Virtual-Reality-Brillen anzubieten, steigen Sie in einen potenziellen Milliardenmarkt ein – bevor er wirklich existiert.

Interessen und Hobbies zum Beruf machen

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf Produktideen in Bereichen legen, mit denen Sie sich bereits regelmäßig beschäftigen. Das können Hobbies oder Interessengebiete sein. Hieraus ergeben sich viele Vorteile:

  • Sie können einschätzen, was für Produkte interessant sind und auf welche Details man dabei achten muss
  • Wenn Sie für das Thema Ihres Onlineshops Begeisterung oder zumindest Interesse aufbringen, haben Sie später auch mehr Enthusiasmus beim Betreiben Ihres Shops
  • Sie besitzen im Idealfall bereits großes Fachwissen und damit auch mehr Autorität und Glaubwürdigkeit gegenüber Ihren Kunden
  • Sie sind mit der Zielgruppe vertraut
  • Je nachdem, wie viel Zeit Sie in ihr Hobby investieren, kennen Sie bereits die wichtigsten Leitmedien und Websites. Vielleicht haben Sie auch schon Kontakte, die Sie nutzen können. So können Sie Ihre Produktidee gleich mit potenziellen Kunden und Meinungsmachern besprechen.

Spannen Sie Familie und Freunde ein

Sicherlich haben Sie Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte, denen Sie von Ihrer Suche nach der perfekten Produktidee erzählen können. Bitten Sie diese Menschen, fortan im Alltag auf Produkte und Probleme zu achten und ihre Ideen mit Ihnen zu teilen. Wenn Sie auch nur einen interessierten Mitstreiter finden, verdoppeln Sie theoretisch Ihre Chance, eine gute Idee zu finden.

Onlinequellen nutzen

Das Internet eignet sich hervorragend dazu, neue Produktideen zu recherchieren und sich inspirieren zu lassen. So können Sie beispielsweise auf Twitter nach Ideen suchen oder auf Producthunt die neuesten Produkttrends aus den USA verfolgen. Im nächsten Artikel unserer Serie „Onlinehandel leicht gemacht“ stellen wir Ihnen die wichtigsten Websites und Tricks dazu vor.

Notieren Sie alle Ihre Ideen

Notieren Sie alle Ihre Ideen – auch die schlechten!

Praktische Brainstorming-Tipps

  • Gewöhnen Sie es sich an, alle Ihre Ideen (und auch die Ihrer Freunde und Bekannten) aufzuschreiben. Dafür eignet sich ein Notizbuch in der Cloud, zum Beispiel ein Google-Docs-Dokument. So können Sie jederzeit vom Smartphone oder Computer aus Ihre Ideen notieren.
  • Wirklich jede Idee ist es Wert, aufgeschrieben zu werden. Auch eine vermeintlich schlechte Idee hat das Potenzial, Sie auf die richtige Fährte zu bringen. Manchmal stellt sich heraus, dass die Zeit für eine bestimmte Idee einfach noch nicht gekommen ist. In einigen Jahren könnte sie jedoch sehr wertvoll sein.
  • Der US-Autor James Altucher schwört darauf, dass man jeden Tag 10 Ideen aufschreiben soll. Das können neue Geschäfts- oder Produktideen sein, oder auch Ideen für andere Bereiche. Auf diesem Wege stärkt man nach Altuchers Meinung den „Ideenmuskel“. Probieren Sie es aus, und Sie werden nach einigen Tagen feststellen: Diese Methode schult vor allem Ihre Wahrnehmung und sorgt dafür, dass Sie permanent auf Ideensuche sind. Und wenn Sie in einem Monat 300 Ideen notieren, ist vielleicht eine grandiose Produktidee dabei. Mehr dazu lesen Sie auf Altuchers Website (nur auf Englisch verfügbar).

In den nächsten Artikeln unserer Serie „Onlinehandel leicht gemacht“ erfahren Sie, wie Sie sich online auf Ideensuche machen und wie Sie Ihre Produktideen testen können.

Über den Autor


ist Communications Manager bei ePages.

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