Geoblocking: Was Händler jetzt wissen sollten

von Kristof Maletzke, 12.11.18



Onlinehändler in der EU müssen künftig gewisse Regeln zum Versand ins europäische Ausland einhalten. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Dieser Artikel richtet sich an Händler der Shopversion ePages Now. Einen Artikel für ePages Base finden Sie hier. Um sich Ihre Version anzeigen zu lassen, wählen Sie im Administrationsbereich Ihres Shops im Hauptmenü Hilfe. Unten auf der Seite wird Ihnen die Version angezeigt (ePages Base oder ePages Now).

Mit der ePages-Shopsoftware können Sie ganz einfach auch ins Ausland verkaufen. Das ist praktisch, weil der internationale Handel auch für kleine und mittlere Onlinehändler immer attraktiver wird. Durch das Verkaufen über Grenzen hinweg können Sie neue Märkte erschließen.

Manche Onlinehändler möchten jedoch den Versand in bestimmte andere Länder unterbinden und setzen dabei auf das sogenannte Geoblocking. Zum Beispiel ist dadurch der Shop dann für Kunden aus anderen Ländern überhaupt nicht erreichbar, oder bestimmte Länder können während des Bestellprozesses nicht als Lieferadresse ausgewählt werden. Einige Händler zeigen Besuchern aus anderen Ländern auch andere Preise an.

15 Prozent der Europäer bestellen Produkte in Onlineshops aus anderen EU-Ländern. Die Europäische Union will diese Zahl vergrößern und setzt sich für den grenzenlosen, freien Handel innerhalb Europas ein. Ab dem 3. Dezember 2018 verbietet die EU deshalb das Geoblocking sowie verwandte Praktiken. Konkret soll die „ungerechtfertigte Diskriminierung bei Online-Käufen“ aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnortes oder der Geschäftsadresse des Kunden verhindert werden.

Welche Händler sind von der neuen Verordnung betroffen?

Die Änderungen betreffen so gut wie alle Onlinehändler mit Sitz in der Europäischen Union. Sie als Händler müssen sicherstellen, dass Sie die neue Verordnung erfüllen. Eine Ausnahme sind Shopbetreiber, die ausschließlich digitale Produkte wie Musik-Downloads oder E-Books verkaufen. Diese sind momentan noch nicht von der Verordnung betroffen.

Was gibt es zu beachten?

Unter anderem sollten Händler auf diese Punkte achten:

  • Richtiges Geo-Blocking – also das Ausschließen von Kunden, die Ihren Shop aus bestimmten Ländern besuchen – ist künftig verboten. Dies ist mit der ePages-Shop-Software jedoch ohnehin nicht möglich.
  • Sie dürfen Kunden aus unterschiedlichen Ländern nicht unterschiedliche Preise anzeigen lassen. Auch diese Option haben Sie bei ePages-Shops von vornherein nicht.
  • Sie müssen es Kunden aus der gesamten EU ermöglichen, in Ihrem Shop etwas zu kaufen. Jedes europäische Land muss im Bestellprozess als Rechnungsadresse angegeben werden können.
  • Es ist erforderlich, dass Kunden im Bestellprozess eine Lieferadresse angeben können, die von der Rechnungsadresse abweicht. Dies ist standardmäßig mit Ihrem Shop möglich.
  • Dass Kunden aus anderen Ländern bei Ihnen kaufen können bedeutet nicht, dass Sie Ihre Produkte auch in diese Länder verschicken müssen. Stattdessen können Sie diesen Kunden zum Beispiel Selbstabholung anbieten, oder etwa den Versand an eine deutsche Adresse. Ein Beispiel: Sie möchten Ihre Produkte nicht nach Tschechien versenden. Es ist Kunden aus diesem Land trotzdem möglich, eine Bestellung aufzugeben. Die Kunden können sich die Ware jedoch nicht nach Hause schicken lassen, sondern müssen sie entweder bei Ihnen abholen oder sie an eine deutsche Lieferadresse schicken lassen.

Welche Schritte müssen Händler nun vornehmen?

Überlegen Sie sich zunächst, welche Versandmethoden Sie für welche Länder anbieten möchten. Im einfachsten Fall liefern Sie nur in das Land, in dem Ihr Shop beheimatet ist.

Anschließend befolgen Sie diese Schritte, die wir im Anschluss genauer erklären:

  • Nehmen Sie alle Länder der EU in die Liste der zulässigen Rechnungs- und Lieferadressen Ihres Shops auf.
  • Bestimmen Sie, in welche Länder Sie Ihre Produkte verschicken möchten. Hierfür können Sie in bestimmten ePages-Shoptypen Regionen definieren, welche nur die zum Versand unterstützten Länder abdecken. Falls das Hinzufügen von Regionen in Ihrem Shop nicht möglich ist, können Sie eine alternative Methode nutzen, die wir ebenfalls unten beschreiben.
  • Optional können Sie die Versandmethode „Selbstabholung“ anlegen.
  • Geben Sie mögliche Einschränkungen auf Ihrer Seite „Zahlung & Versand“ an.

Alle EU-Länder als Rechnungs- und Lieferadresse ermöglichen

1. Wählen Sie im Administrationsbereich im Hauptmenü Einstellungen, dann Internationalisierung und dann Länder.

2. Wählen Sie Hinzufügen.

3. Wählen Sie ein Land, das Sie hinzufügen möchten. Eine aktuelle Liste aller EU-Länder finden Sie auf der Website der Europäischen Union.

4. Wählen Sie Hinzufügen.

5. Um ein weiteres Land hinzuzufügen springen Sie zu Schritt 2.

Wenn Ihr Shop Regionen unterstützt: Länder für den Versand definieren

Diese Schritte sind nur erforderlich, wenn Sie für den Versand in verschiedene Länder unterschiedliche Konditionen definieren möchten.

Das Definieren von Regionen ist nicht mit allen Shoptypen möglich. Wenn im Administrationsbereich Ihres Shops unter Einstellungen >> Internationalisierung die Seite Regionen nicht angezeigt wird, springen Sie bitte zum Abschnitt Wenn Ihr Shop keine Regionen unterstützt: Versandmethoden richtig benennen.

1. Wählen Sie im Administrationsbereich im Hauptmenü Einstellungen, dann Internationalisierung und dann Regionen.

2. Wählen Sie + Hinzufügen.

3. Geben Sie unter Name einen Namen für die neue Region ein – zum Beispiel Südeuropa.

4. Unter Länder zuweisen wählen Sie alle Länder aus, die dieser Region zugeordnet werden sollen. Sie können hier nur Länder auswählen, die Sie zuvor unter Einstellungen >> Internationalisierung >> Länder hinzugefügt haben.

5. Wählen Sie Hinzufügen.

6. Jetzt können Sie definieren, in welchen Regionen die Versandmethoden Ihres Shops genutzt werden können. Wählen Sie dazu im Hauptmenü Einstellungen und dann Versand.

7. Wählen Sie eine Versandmethode aus der Tabelle.

8. Wählen Sie unter Region die zuvor erstellte Region aus.

9. Speichern Sie.

Wenn Ihr Shop keine Regionen unterstützt: Versandmethoden richtig benennen

Diese Schritte sind nur erforderlich, wenn Sie für den Versand in verschiedene Länder unterschiedliche Konditionen definieren möchten.

Bei manchen kleineren Shoptypen wird das Feature „Regionen“ nicht unterstützt. Das ist aber kein Problem: Wir empfehlen in diesem Fall, Ihren Kunden in Ihrem Shop auf der Seite „Zahlung & Versand“ alle Infos hierzu anzubieten. Eine Anleitung zum Bearbeiten von Seiten finden Sie in unserem Hilfecenter.

Außerdem sollten Sie Versandmethoden entsprechend benennen – zum Beispiel als „Versand innerhalb Deutschlands“. Wählen Sie hierzu im Hauptmenü Ihres Shops Einstellungen, dann Versand und dann die Versandmethode, die Sie bearbeiten möchten. Hier können Sie den Namen ändern.

Wenn ein Kunde bei seiner Bestellung trotzdem diese Versandmethode auswählt, können Sie die Bestellung zurückweisen oder den Käufer kontaktieren. Dann können Sie mit ihm eventuell Selbstabholung oder Versand zu anderen Konditionen aushandeln.

Optional: Selbstabholung als Versandmethode definieren

Falls es diese Option noch nicht in Ihrem Shop gibt, können Sie Ihren Kunden die Selbstabholung ermöglichen.

1. Wählen Sie im Hauptmenü Einstellungen und dann Versand.

2. Wählen Sie Hinzufügen.

3. Unter Logistik-Anbieter muss die Option Benutzerdefinierte Versandmethode ausgewählt sein.

4. Unter Typ muss Freie Lieferung ausgewählt sein.

5. Geben Sie bei Name im Shop einen Namen für die Versandmethode ein – zum Beispiel „Selbstabholung“.

6. Wählen Sie Hinzufügen.

7. Wählen Sie unter Sichtbar im Shop die Option Ja aus.

8. Wählen Sie gegebenenfalls unter Region die Region aus, für die die Selbstabholung verfügbar sein soll.

9. Geben Sie unter Beschreibung gegebenenfalls eine Beschreibung für die Versandmethode ein. Hier können Sie zum Beispiel erwähnen, wo Ihre Kunden die Ware abholen können.

10. Nehmen Sie auf dieser Seite gegebenenfalls weitere Einstellungen für diese Versandmethode vor.

11. Wählen Sie Speichern.

Mögliche Einschränkungen auf der Seite zum Versand angeben

Sie können Ihren Kunden auf der Seite „Zahlung & Versand“ Infos hierzu bieten. Mehr über das Bearbeiten von Seiten finden Sie in unserem Hilfecenter.

9 weitere Fragen und Antworten

Ändert sich etwas an meiner Shop-Software oder dem Shop selbst?

Nein, an Ihrer Shop-Software und an Ihrem Shop ändert sich nichts.

Muss ich meinen Shop aufgrund der Geoblocking-Verordnung in mehreren Sprachen anbieten?

Nein, das ist nicht erforderlich.

Muss ich meine Allgemeinen Geschäftsbedingungen anpassen?

Nein, das ist nicht nötig.

Muss ich bezüglich der Preise in meinem Shop etwas beachten?

Die Geoblocking-Verordnung wirkt sich nicht auf die Preisgestaltung Ihres Shops aus. Im Gegenteil: Sie dürfen Ihre Produkte nicht zu unterschiedlichen Preisen in unterschiedlichen Ländern verkaufen.

Dürfen die Versandkosten sich von Land zu Land unterscheiden?

Ja, das ist erlaubt.

Gibt es etwas zum Thema Steuern zu beachten?

Nein, sie müssen keine Änderungen an Ihren Steuereinstellungen vornehmen.

Gibt es ein höheres Betrugsrisiko, wenn ich Bestellungen aus der gesamten EU erlaube?

Nein. Gegebenenfalls können Sie sich zusätzlich absichern: Bieten Sie Zahlungsmethoden an, bei denen sichergestellt ist, dass die Ware vorab bezahlt ist.

In welche Länder liefert mein Logistikunternehmen überhaupt?

Die meisten großen Logistikunternehmen liefern in alle EU-Länder, jedoch mitunter zu verschiedenen Preisen. Bitte prüfen Sie selbst, welche Optionen es bei den einzelnen Anbietern gibt.

Ich habe unterschiedliche Shops für verschiedene Länder eingerichtet. Ist es erlaubt, dass ich Kunden in den für ihr Land passenden Shop weiterleite?

Dies ist nur erlaubt, wenn die Kunden jederzeit zu den anderen Shops wechseln können.

Hinweis: Dieser Artikel enthält erste rechtliche Hinweise, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Er kann keinesfalls eine rechtliche Beratung im Einzelfall ersetzen.