Produktfotos: So vermeiden Sie häufige Fehler – Teil 2

von Rune Ersgard, 25.10.19



Sie möchten Ihre Produkte mit tollen Fotos in Szene setzen? Dann sollten Sie einige typische Fehler vermeiden. Nach unserem ersten Artikel gibt es nun fünf weitere Tipps von Pixelz.

1. Aufnehmen vor einem unruhigen Hintergrund

Produktbilder erfordern häufig einen weißen Hintergrund. Das gilt insbesondere, wenn man auf Marktplätzen wie Amazon verkauft. Es ist wesentlich einfacher, den Hintergrund mit einem Editierprogramm zu entfernen, wenn Sie Ihre Produktbilder vor einem schlichten Hintergrund aufnehmen, der einen Kontrast zu den Produkten bildet. Die meisten professionellen Produktfotografen verwenden neutrales Grau.

2. Falsche Kameraeinstellungen

Wenn Sie den wenigen wichtigen Einstellungen Ihrer Kamera Aufmerksamkeit schenken, werden die Bilder stark verbessert. Holen Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Kamera heraus und fangen Sie mit dem Experimentieren an.

Blendenwert (engl. aperture value, Abk. AV)

Wenn Sie eine DSLR-Kamera besitzen oder eine gute Kompaktkamera, dann sollte es möglich sein, den Blendenwert festzulegen. Ein kleiner Wert bewirkt eine eher seichte Tiefenschärfe und ein hoher Wert eine tiefere Tiefenschärfe – je höher die Ziffer, desto mehr Fokus ist vorhanden. Oftmals möchte man beim Aufnehmen von Produkten eine hohe Tiefenschärfe erzielen. Es ist unmöglich, hierfür allgemeingültige Empfehlungen abzugeben, aber meine AV-Einstellung ist normalerweise um die 10 eingestellt. Probieren Sie das für den Anfang aus.

Bildausgabe

Die meisten professionellen Fotografen speichern Fotos in unkomprimierter Form (RAW-Bilder). Danach importieren sie diese zur Bearbeitung in eine Spezial-Software, um sie im letzten Schritt in JPG zu konvertieren. Sie können diesen Prozess aber auch in der Kamera durchführen lassen und die bestmögliche JPG-Ausgabe der Kamera wählen.

Weißabgleich (engl. white balance, Abk. WB)

Wenn Sie den Weißabgleich einer Kamera einstellen, ermöglichen Sie die Korrektur der Farbverzerrungen, die durch den verwendeten Beleuchtungstyp erzeugt werden. Bilder mit akkuraten und konsistenten Farben erhöhen das Kundenvertrauen und reduzieren Rückgaben. Auch deshalb ist der Weißabgleich sehr wichtig. Sie können entweder die Voreinstellungen zum Weißabgleich (typischerweise drinnen = engl. indoors oder draußen = engl. outdoors) der Kamera oder eine selbstangepasste Einstellung verwenden. Mit einer selbstangepassten Einstellung richten Sie die Kamera auf einen weißen Karton und nehmen eine Ablesung vor.

Belichtungswert

Manchmal verdunkeln (unterbelichten) Kameras das Bild, besonders dann, wenn gegen einen hellen Hintergrund aufgenommen wird. Dies kann verhindert werden, indem man die Belichtungskompensationseigenschaften verwendet, die bei den meisten Digitalkameras verfügbar sind (gekennzeichnet mit „EV“ für engl. „Exposure Value“). Falls Ihnen diese Einstellung nicht zur Verfügung steht, werden Sie das Bild beim Editieren aufhellen müssen.

 

3. Den Zoom nicht benutzen

Ein anderer häufiger Fehler ist es, den Zoom nicht zu benutzen. Die meisten Zoom-Kameras haben einen sehr guten Weitwinkel (wenn herausgezoomt wird). Allerdings wurde dies für Landschaftsaufnahmen eingeführt, bei denen man so viel wie möglich aufnehmen möchte. Dies zu benutzen, um ein kleineres Objekt aufzunehmen, wird unweigerlich zu einem entstellten Bild führen. Um dies zu verhindern, empfehlen wir die Verwendung des Zooms. Bei einer DSLR-Kamera entscheiden Sie sich für 50+ mm; mit Zoom-Linse noch höher. Ich benutze normalerweise 70-80 mm Linsen für die Produktfotografie. Die Nutzung des Zooms erfordert mehr Raum, weil die Distanz zwischen Kamera und Objekten höher sein muss.

 

4. Reflektionen nicht berücksichtigen

Reflektionen haben eine Tendenz, gegen Amateur-Fotografen zu arbeiten. Beim Fotografieren von reflektierenden Objekten wie Schmuck sollten Sie prüfen, was von den Objekten reflektiert wird. Der einfachste Weg ist, schwarze und weiße Kartonstücke zu verwenden. Positionieren Sie diese direkt neben und um das Objekt und nutzen Sie den Sucher der Kamera, um zu sehen, was passiert. Bewegen Sie die Teile so lange, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. In manchen Fällen hilft ein Lichtzelt. Allerdings sieht das Foto dann oft weniger „lebendig“ aus.

5. Nicht genug Zeit mit dem Editieren verbringen

Der letzte und vielleicht größte von Amateuren gemachte Fehler ist, dass sie ihre Bilder nicht editieren. Das Bearbeiten kann ein durchschnittliches Produktbild zu einem exzellenten machen. Editieren kann dem Fotografen auch beim Foto-Shooting viel Zeit ersparen und konsistentere Resultate hervorbringen. Oft ist es einfacher, reine weiße Hintergründe und Schatten in einem Editierprogramm zu erzeugen. Auch das Zurechtschneiden, die Größenveränderung und die Ausrichtung der Bilder sollten in einem Editierprogramm geschehen.

Falls Ihnen das nötige Geschick zum Editieren fehlt, können Sie diesen Schritt auch auslagern. Die App von Pixelz hilft Ihnen dabei, perfekte Produktbilder zu erstellen. Sie finden Sie im Administrationsbereich Ihres Shops unter Apps & Themes >> App Store. Die App muss von Ihrem Provider freigeschaltet worden sein.

Über den Autor


ist Director of Business Development EMEA bei Pixelz.

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