Einfluss der Zahlungsverfahren auf Ihren Umsatz im Webshop
Die kürzlich veröffentlichte Studie ‘Erfolgsfaktor Payment’ von ibi research an der Universität Regensburg und ecommerce-leitfaden.de gibt Aufschluss darüber, welche Bezahlverfahren von Kunden im Internet gemocht und welche verschmäht werden. Wie haben die Studie für Sie zusammengefasst.
Die Studie beschäftigt sich mit Kundenmeinungen und –erfahrungen zu Zahlungssystemen im Online-Handel. Sie basiert auf einer Befragung von 1.400 Kunden zwischen März und Mai 2008.
Zahlung per Vorkasse
Insgesamt haben 75% der befragten Kunden schon einmal die Zahlung per Vorkasse genutzt. Dennoch würde nur jeder 5. Kunde diese Zahlungsart akzeptieren, wenn die Zahlung per Vorkasse die einzige Zahlungsart wäre. Vier von fünf Kunden würden den Kaufvorgang abbrechen und nach einem anderen Anbieter suchen. Auch wenn kein anderer Anbieter verfügbar ist, würden 56% den Kaufvorgang nicht abschließen.
Die Zahlung per Vorkasse wird hauptsächlich bei Auktionsplattformen (z. B. eBay), schon bekannten oder empfohlenen Webshops, Gütesiegel-Webshops oder großen Online-Shops (z. B. Amazon) genutzt.
Wenn der Webshop einen Rabatt von 3% anbietet, steigt die Bereitschaft zur Vorkassenzahlung um 20%. Besitzt der Webshop ein Gütesiegel, steigt die Bereitschaft zur Zahlung per Vorkasse um weitere 30%.
Zahlung per Nachnahme
Insgesamt haben 42% der befragten Kunden schon einmal die Zahlung per Nachnahme genutzt. Wenn der Webshop sowohl die Zahlung per Vorkasse als auch per Nachnahme anbietet, würden nur noch 3 von 5 Kunden den Vorgang abbrechen und nach einem anderen Anbieter suchen. 23% der Shop-Besucher würden in diesem Fall per Nachnahme und 19% per Vorkasse zahlen. Generell wird die Zahlung per Nachnahme bei höheren Zahlungsbeträgen bevorzugt.
Zahlung per Rechnung
Insgesamt haben bisher 80% der befragten Shop-Besucher die Zahlung per Rechnung genutzt. Wenn die Zahlung per Vorkasse, per Nachnahme und per Rechnung angeboten wird, würden nur 6% der Kunden die Zahlung per Vorkasse, 4% die Zahlung per Nachnahme und 80% die Zahlung per Rechnung wählen. Jeder 10. Kunde würde den Kaufvorgang abbrechen, da er bei der Zahlung per Rechnung einen zu hohen Aufwand sieht oder Bedenken hat, die Rechnung zu vergessen.
Zahlung per Kreditkarte
Insgesamt besitzen 77% der Kunden eine Kreditkarte, wovon 70% diese schon einmal beim Webshop genutzt haben. Wenn die Zahlung per Vorkasse, Nachnahme, Rechnung und Kreditkarte angeboten wird, entscheidet sich jeder 5. Kunde für die Zahlung per Kreditkarte. 65% der Kunden würden per Rechnung zahlen, 4% per Vorkasse, 3% per Nachnahme und 5% würden den Kaufvorgang abbrechen.
Zahlung per E-Payment
Wenn die Zahlung per Vorkasse und per E-Payment angeboten wird, zahlen 14% per Vorkasse und 44% per E-Payment. Dabei wird zu 91% PayPal und weiter ClickandBuy, LUUPAY und Moneybookers genutzt.
Zahlung per Lastschrift
Insgesamt haben 67% der befragten Shop-Besucher schon einmal die Zahlung per Lastschrift genutzt. Wenn die Zahlung per Vorkasse, per E-Payment und per Lastschrift angeboten wird, entscheiden sich 6% für die Vorkasse, 30% für die Zahlung per E-Payment und 48% für die Lastschrift. 16% der Shop-Besucher würden den Vorgang abbrechen, da Ihnen die Angabe Ihrer Kontodaten im Internet zu unsicher ist.
Zusammenfassung
Wenn nur zwei Zahlungsarten angeboten werden, beträgt die Kaufabbruchsquote je nach Kombination zwischen 10 und 58%. Bei zunehmender Anzahl der Zahlungsarten sinkt die Kaufabbruchsquote um mindestens 20%.
Die bevorzugten Zahlungsarten sind die Zahlung per Rechnung mit 65%, gefolgt von der Zahlung per Kreditkarte mit 13% und der Zahlung per Lastschrift mit 12%. Die Zahlung per E-Payment macht 8% und die Zahlung per Vorkasse und Nachnahme nur 1% aller Zahlungsarten aus.







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Michael | 27. Juni 2008 um 00:06
Interessanter Artikel – zu unserem großen Erstaunen wird in den von uns betreuten Shops Zahlung per sofortueberweisung.de genutzt.
zanox Retail & Shopping Blog » Blog Archive » Zahlen bitte! | | 27. Juni 2008 um 08:56
[...] die Studie genauer unter die Lupe genommen, und auf diese interessanten Ergebnisse möchten wir hier gerne [...]
Anja Römisch | 27. Juni 2008 um 08:57
Hallo Michael,
ich finde das gar nicht so erstaunlich. Neben Sicherheit zählt bei Kunden v.a. Schnelligkeit. Die meisten besorgen ihre Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke doch mehr oder weniger auf den letzten Drücker und wollen tolle Accessoires für ihr Wohnzimmer am besten noch heute in den Händen halten. Die Vermutung liegt daher nahe, dass Sofortüberweisung auf Grund der schnellen und bequemen Zahlungsabwicklung eine bevorzugte Methode sein kann: Kontodaten direkt im Bestellformular eingeben und fertig. Das Geld ist innerhalb kürzester Zeit beim Anbieter, die Bestellung kann direkt bearbeitet werden.
Traditionelle Vorkasse und Nachnahme sind nur deshalb relativ unpopulär, weil Kunden dadurch Umstände entstehen: Sie müssen sich nach dem Bestellvorgang bei ihrer Bank einloggen und die Überweisungsdaten manuell eintippen. Wer noch kein Online-Banking betreibt, muss extra zum Automaten gehen. Und bei Nachnahme müssen sie zum Zeitpunkt der Lieferung zu Hause sein, bar bezahlen und Gebühren zahlen. Umständlicher geht es kaum. Vorteil von Vorkasse ist, dass man es sich noch einmal überlegen kann, ob man die Ware wirklich haben will. Ggf. zahlt man eben einfach nicht und die Bestellung wird storniert. Nachnahme kann bei größeren Beträgen attraktiv sein, weil man dann wirklich sicher sein kann, dass man nur für etwas zahlt, das man auch wirklich bekommt.
Übrigens ist Sofortüberweisung jetzt auch in der Einsteigerversion von ePages Merchant standardmäßig integriert.
Ein schönes Wochenende wünscht:
Anja Römisch
Michale L. | 27. Juni 2008 um 21:02
Wir haben Sofortüberweisung wieder rausgenommen, obwohl wir zu den ersten gehörten, die das angeboten haben.
Ein Grund war, dass es immer wieder Probleme gab, weil nicht alle Banken mitmachten. DFer Hauptgrund aber war für uns, Kunden nichtbin das problem zu bringen, gegen die Bedingungen von Onlnebanking zu verstossen, die es nicht erlauben, PIN und TAN an Dritte weiterzugeben. Da kann die Propagandamaschinie von Sofortüberweisung noch so trommeln, Versicherung anbieten usw. es bleibt ein Nachgeschmack, wenn ich Unbekannten meine PIN und TAN nenne.
Die Überweisungswege der Banken sind heute so schnell, dass eine Überweisung meist nach 2 Tagen auf dem Konto ist und seit wir Zahlung auf Rechnung in allen Shops anbieten, ist die Sofortüberweisung schon dadurch 3 m tief beerdigt.
Anja Römisch | 1. Juli 2008 um 10:44
Bei shopanbieter.de wurde gestern das neue kostenlose Dossier “Payment-Systeme im Internet”, welches shopanbieter.de gemeinsam mit ibusiness.de herausgebracht hat, beworben. Hier dürften zu den genannten Bezahlverfahren auch noch einmal interessante Informationen zu finden sein.